Warum ich keine „Praxis für Lerntherapie” gegründet habe

"Praxis, Therapie, Störung"... Diese Wörter wollte ich für unser Institut bewusst nicht verwenden. Ein persönliches Plädoyer für eine andere Sprache rund um Lernschwierigkeiten.

Wenn ein Kind in der Schule beim Lesen, Schreiben oder Rechnen ins Straucheln gerät, führt der Weg meistens in eine „Praxis für integrative Lerntherapie”. Das klingt professionell, medizinisch und fundiert. Und doch hat sich in mir alles dagegen gewehrt, meine frisch gegründete Selbstständigkeit so zu nennen.

Heute möchte ich ganz persönlich mit euch teilen, warum ich stattdessen das Institut für Lernentwicklung ins Leben gerufen habe.


Der Schmerz mit den Begriffen: Wir sind kein Reparaturbetrieb

Wann gehen wir in eine Praxis? Wenn wir krank sind, wenn wir eine Verletzung haben oder etwas nicht stimmt. Und was passiert in einer Therapie? Ein Defekt, eine Störung oder ein Krankheitsbild soll von Fachpersonal behoben und „repariert” werden.

Genau hier liegt für mich das Problem: Wenn wir von Legasthenie, LRS oder Dyskalkulie sprechen, bewegen wir uns in unserem Schulsystem fast ausschließlich in einer defizitorientierten Sprache. Dem Kind wird, oft unbewusst, signalisiert: „Mit dir stimmt etwas nicht. Du hast eine Schwäche, eine Störung. Du musst geheilt werden.”

Ich finde das zutiefst schade. In einer Zeit, in der wir immer mehr über Neurodiversität sprechen, wird es Zeit anzuerkennen, dass eine andere Art zu lernen oder ein anderes Lerntempo kein Defekt ist. Es ist einfach eine andere, wunderbare Ausprägung der menschlichen Vielfalt.

Deshalb wollte ich weg von der medizinischen Ecke. Ich wollte einen Raum schaffen, in dem es nicht um das Verwalten von Schwächen geht, sondern um das Entfalten von Möglichkeiten.


Lernen und Entwicklung: Meine zwei großen Lebenslieben

Ich selbst bin ein Mensch, der zwei Dinge im Leben bedingungslos liebt: das Lernen und die Weiterentwicklung. Ich könnte jeden Tag etwas Neues lernen, mich in neue Themen vergraben. Für mich bedeutet das pure Lebensfreude.

Umso mehr beschäftigt es mich, wie oft diese eigentlich riesige, angeborene intrinsische Motivation im Laufe der ersten Schuljahre verloren geht. Nicht, weil die Kinder nicht wollen oder faul sind – und auch nicht, weil es den Lehrkräften an Engagement fehlen würde. Sondern weil ein Klassenzimmer mit 25 Kindern und ein für alle gleicher Lehrplan es kaum leisten können, auf jedes individuelle Lerntempo einzugehen. Manche Kinder fallen dabei durch das Raster und verlieren den Glauben an sich selbst.

Mein Antrieb mit dem Institut für Lernentwicklung ist es, Kindern und Jugendlichen genau diese Freude am Lernen zurückzugeben. Lernen ist schließlich die wichtigste Reise unseres Lebens. Sie hört nie auf, sie geht immer weiter. Wie traurig ist es, wenn diese Reise schon ganz am Anfang von Versagensängsten und Blockaden überschattet wird?


Mehr als nur Buchstaben und Silben: Die ganzheitliche Lernreise

Wenn wir im Institut zusammenarbeiten, geht es natürlich auch darum, wie man Laute den Buchstaben zuordnet, wie die Silbensynthese funktioniert oder wie ein Mengenverständnis aufgebaut wird. Das ist das Handwerkszeug.

Aber zu einer echten Lernentwicklung gehört so viel mehr. Lernen ist immer untrennbar mit der Persönlichkeitsentwicklung verknüpft. Deshalb arbeiten wir ganzheitlich:

  • Am psychologischen Fundament: Wir stärken das Selbstvertrauen, die Selbstwirksamkeit und den Selbstwert der Kinder.

  • An den Emotionen: Wir lernen, mit Frust und Angst umzugehen, und helfen den Kindern, ihre eigene Stimme in dieser Welt zu finden.

  • Am gesamten System, den Eltern: Eine Lernschwierigkeit betrifft nie das Kind allein. Da sind Eltern, die erschöpft vom täglichen Hausaufgabenstress sind, die sich nachts Zukunftssorgen machen und sich fragen: „Was soll nur aus meinem Kind werden, wenn es nicht richtig lesen lernt?”

Natürlich leben wir im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Ja, man kann heute jedes Straßenschild abfotografieren und sich von einer App vorlesen lassen. Aber wir alle wissen, wie einschränkend und isolierend es ist, im Alltag permanent von Technik abhängig zu sein. Die größte Dankbarkeit und Freiheit liegt darin, diese Dinge selbstständig zu meistern.


Ein Raum für gemeinsame Entwicklung

Im Institut für Lernentwicklung dürfen auch die Eltern Teil der Lernreise sein. Sie dürfen lernen, Druck herauszunehmen, die Beziehung zu ihrem Kind wieder zu pflegen und vielleicht sogar ganz neue Dinge über sich selbst zu erfahren.

Ich gehe diesen Weg mit voller Überzeugung – und freue mich, wenn ihr Lust habt, ihn mit eurem Kind gemeinsam zu gehen. Wenn ihr das Lernen neu entdecken wollt, abseits von Stempeln und Defiziten, meldet euch gerne für ein unverbindliches Erstgespräch im Institut für Lernentwicklung.

Institut für Lernentwicklung

Impressum

Diensteanbieter gemäß § 5 DDG: Dr. rer. nat. Laura Steinkopf

Praxis für Lerntherapie Burgplatz 1, 72764 Reutlingen

Kontakt:

Telefon: +49 (0)15161439183

E-Mail: info@institut-lernentwicklung.de

Gesetzliche Berufsbezeichnung / Akademischer Grad: Dr. rer. nat. (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland, Baden-Württemberg)

Berufsbezeichnung: Lerntherapeutin / Neurowissenschaftlerin

Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV: Dr. Laura Steinkopf Burgplatz 1, 72764 Reutlingen

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