PISA 2025: Es sieht nicht gut aus. Und trotzdem sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben.

PISA 2025 zeigt die schlechtesten Ergebnisse, die Deutschland je erzielt hat. Doch wir haben schon einmal bewiesen, dass Verbesserung möglich ist. Ein Blick auf die Zahlen, die Geschichte dahinter und warum es jetzt nicht zu spät ist, zu handeln.

Diese Woche wurden die Ergebnisse der neuen PISA-Studie veröffentlicht, und ehrlich gesagt, ist das Ergebnis mehr als ernüchternd. Deutschland erreicht in allen drei getesteten Bereichen die schlechtesten Werte, die je gemessen wurden: 486 Punkte in den Naturwissenschaften, 465 in der Lesekompetenz, 464 in Mathematik. Zur Einordnung: Die PISA-Skala hat keine Maximalpunktzahl wie eine Klassenarbeit – als Bezugspunkt dient der OECD-Durchschnitt aus dem jeweiligen Einführungsjahr der Domäne, der auf 500 Punkte festgelegt wurde. Alle drei aktuellen Werte liegen also deutlich unter diesem historischen Referenzwert. 2022 lagen wir noch bei 492, 480 und 475. Es geht also weiter bergab, nicht langsamer.

Was mich daran am meisten beschäftigt, ist nicht die einzelne Zahl. Es ist das, was dahintersteckt: Etwa jede*r dritte 15-Jährige in Deutschland kann nicht ausreichend lesen oder rechnen. Ein Viertel hängt in den Naturwissenschaften hinterher. Und wer aus einem Elternhaus mit weniger Ressourcen kommt, hat es heute schwerer als noch vor zehn Jahren. Die Kluft zwischen begünstigten und benachteiligten Jugendlichen ist in Deutschland größer geworden, während sie sich anderswo verkleinert hat.


Wir haben das schon einmal geschafft

Was mich fast noch mehr ärgert, wir wissen, dass es besser geht. Nach dem ersten „PISA-Schock" 2001 hat sich Deutschland tatsächlich verbessert. 2012 lagen wir in Mathematik bei 514 Punkten, in den Naturwissenschaften bei 524. 2015 erreichten wir in der Lesekompetenz 509 Punkte. Das war nicht Weltspitze, aber ein solides Niveau, erkämpft durch politischen Willen und öffentlichen Druck nach dem Schock.

Und dann? Sobald sich die Zahlen ein wenig stabilisiert hatten, hat der Druck spürbar nachgelassen. Bildung wurde wieder zu einem Thema unter vielen, statt Priorität zu bleiben. Seit rund zehn Jahren geht es bergab, verschärft durch Corona. Und jetzt, 2025, sind wir wieder da angekommen, wo wir 2001 schon einmal waren: am Tiefpunkt.

Ich sage das nicht, um Politik zu machen. Ich sage es, weil es zeigt: Das ist kein Naturgesetz. Wir haben es einmal geschafft, besser zu werden. Wir könnten es wieder tun, wenn wir es wirklich wollen und dranbleiben, auch wenn es nach den ersten Erfolgen unbequem oder teuer wird.


Warum das jetzt zählt, nicht irgendwann

Die 15-Jährigen von heute, die kaum lesen oder rechnen können, sind in zehn Jahren 25. Mitten im Leben, im Beruf, in Verantwortung, ohne die Grundlagen zu beherrschen, die dafür eigentlich nötig wären. Bildungsprobleme zeigen sich immer mit Verzögerung. Aber sie verschwinden nicht von selbst, sie wachsen mit den Kindern mit. Deshalb kann der Fokus auf Kinder und Jugendliche nicht warten. Er muss jetzt da sein, damit wir in ein paar Jahren andere Ergebnisse ernten können und damit diese jungen Menschen den guten Start ins Leben bekommen, den sie verdienen.


Und trotzdem: Es ist nicht zu spät

Bei aller Ernüchterung möchte ich an dieser Stelle nicht aufhören. Denn aus meiner Arbeit weiß ich, selbst wenn in den ersten Schuljahren nicht hingeschaut wurde, ist noch lange nicht Hopfen und Malz verloren. Auch Jugendliche, die mit 15 oder 16 immer noch massive Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen haben, kann geholfen werden. Das gilt genauso für die sogenannten Corona-Jahrgänge, die ihre Grundschulzeit im Homeschooling oder Wechselunterricht verbracht haben. Und es gilt sogar im Erwachsenenalter. Die Grundbausteine, die man fürs Lesen- oder Rechnenlernen braucht, lassen sich auch später noch aufholen. Das kann einem Menschen buchstäblich einen anderen Lebensweg eröffnen.

Genau hier setzt Lerntherapie an: gezielt bei den Grundlagen, die zum Lesen, Schreiben oder Rechnen fehlen, Schritt für Schritt aufgebaut, im individuellen Tempo, statt mit noch mehr Übungsdruck auf einer wackligen Basis. Das Ziel ist nicht nur, Defizite aufzuholen, sondern auch, die Freude am Lernen zurückzugewinnen, die dabei oft verloren geht.

Wir wissen, wie man diese Grundlagen aufbaut, in jedem Alter. Das ist keine vage Hoffnung, sondern gelebte therapeutische Praxis. Wenn Sie sich fragen, ob Ihrem Kind oder auch Ihnen selbst geholfen werden kann: Melden Sie sich gerne für ein kostenloses Erstgespräch. Dann schauen wir gemeinsam, wo Sie stehen und was möglich ist.



Quellen: OECD, PISA 2025 Results (Volume I), veröffentlicht am 08.09.2026; Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) der TU München

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