Dyskalkulie – gezielte Förderung bei Rechenschwierigkeiten

Gezielte Förderung bei Rechenschwierigkeiten, damit Zahlen wieder verständlich werden.

Wenn Mathematik trotz Übung und Nachhilfe nicht “sitzen” will, steckt oft eine Dyskalkulie dahinter, eine Störung im grundlegenden Zahlenverständnis, nicht mangelnde Anstrengung oder Intelligenz. Zahlen, Mengen und Rechenoperationen bleiben abstrakt, während andere Kinder scheinbar mühelos ein Gefühl dafür entwickeln. Wir setzen genau dort an: beim grundlegenden Verständnis für Zahlen und Mengen, nicht nur beim aktuellen Prüfungsstoff.

Unsere Lerntherapie bei Dyskalkulie in Reutlingen baut Zahlenverständnis Schritt für Schritt auf – individuell und ohne Standardprogramm.

Zielgruppe

Unsere Dyskalkulie-Förderung richtet sich an Kinder und Jugendliche – mit offizieller Diagnose ebenso wie an alle, die anhaltende Schwierigkeiten im Rechnen zeigen, ohne dass bereits eine Diagnose vorliegt. Häufige Anzeichen: Zählen mit den Fingern auch bei einfachen Aufgaben weit über die übliche Altersgrenze hinaus, keine sichere Vorstellung von Mengen und Größenverhältnissen, Schwierigkeiten beim Verständnis von Stellenwerten (Einer, Zehner, Hunderter), auswendig gelernte statt verstandene Rechenwege, und wachsende Angst oder Vermeidungsverhalten vor Matheaufgaben.

Ablauf

Wir beginnen mit einer gründlichen Anamnese bei uns in Reutlingen oder Remote, um herauszufinden, an welcher Stelle im mathematischen Verständnis genau die Lücke liegt. Oft reicht es weit vor den aktuellen Schulstoff zurück. Darauf aufbauend erstellen wir einen individuellen Entwicklungsplan mit wöchentlichem Rhythmus. Die Sitzungen arbeiten mit anschaulichem, handlungsorientiertem Material, das echtes Zahlenverständnis statt reines Auswendiglernen aufbaut. Oft in Kombination mit begleitenden Lernstrategien, wenn zusätzlich die Organisation des Lernens schwerfällt. Regelmäßiger Austausch mit Eltern und, auf Wunsch, auch mit der Schule sorgt dafür, dass neue Rechenstrategien auch im Schulalltag ankommen.

FAQ

Woran erkenne ich, ob mein Kind eine Dyskalkulie hat?
Typische Anzeichen sind anhaltendes Fingerzählen auch bei einfachen Aufgaben, keine sichere Vorstellung davon, welche Zahl größer oder kleiner ist, Verwechseln von Stellenwerten (z. B. 51 statt 15) und auswendig gelernte statt tatsächlich verstandene Rechenwege. Einzelne Rechenfehler sind normal. Auffällig wird es, wenn grundlegende Zahlenvorstellungen über längere Zeit fehlen, obwohl viel geübt wird. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam genauer hin.

Was ist der Unterschied zwischen Rechenschwäche und Dyskalkulie?
Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet. "Dyskalkulie" bezeichnet meist die umschriebene, diagnostizierbare Störung des Rechnens, "Rechenschwäche" ist der weiter gefasste Alltagsbegriff für anhaltende Schwierigkeiten im Rechnen allgemein. In der Förderung unterscheiden wir nicht streng danach. Entscheidend ist, wo die individuellen Schwierigkeiten liegen.

Übernimmt die Krankenkasse oder das Jugendamt die Kosten für eine Dyskalkulie-Therapie?
Das hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, ob eine seelische Behinderung nach § 35a SGB VIII droht oder bereits eine Diagnose vorliegt. Wir beraten Sie im Erstgespräch gerne zu den Möglichkeiten und unterstützen bei Bedarf mit den nötigen Unterlagen für einen Antrag.

Ab welchem Alter ist eine Förderung bei Dyskalkulie sinnvoll?
Je früher Schwierigkeiten erkannt werden, desto leichter lassen sich Lücken im Grundverständnis schließen, meist ab der 2. Klasse, sobald sich Rechenschwierigkeiten über mehrere Monate zeigen. Auch bei älteren Jugendlichen kann eine gezielte Förderung noch deutliche Fortschritte bringen, da mathematisches Verständnis auf allen weiterführenden Themen aufbaut.

Ist Dyskalkulie eine anerkannte Diagnose?
Ja, Dyskalkulie ist im ICD-10 als "umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten" klassifiziert und damit eine anerkannte Diagnose. Sie kann von entsprechend qualifizierten Fachpersonen (z. B. Kinder- und Jugendpsychiater:innen oder spezialisierten Psycholog:innen) festgestellt werden. Für die Förderung bei uns ist eine offizielle Diagnose jedoch keine Voraussetzung.

Kann sich Dyskalkulie auf andere Fächer auswirken?
Ja. Da Mathematik in vielen anderen Fächern eine Rolle spielt, etwa in Physik, Chemie oder beim Umgang mit Diagrammen und Tabellen, zeigen sich Auswirkungen häufig auch außerhalb des Matheunterrichts. Zusätzlich leidet oft das Selbstvertrauen, was sich auf die gesamte Schulmotivation auswirken kann.

Institut für Lernentwicklung

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